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G e i s w i l l e r

Entstehung einer Partnerschaft

Beim Verbandsgemeindefest im April 1991 brachte Ottmar Klein, der damalige Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern, den Stein ins rollen.

Ob wir nicht Interesse hätten, mit einer kleinen Gemeinde im Elsaß partnerschaftliche Beziehungen aufzunehmen, fragte er so ganz beiläufig und bekam sofort eine zustimmende Antwort.

Damit war, ohne dass die künftige freundschaftliche Beziehung abzusehen war, die Idee einer grenzüberschreitenden Freundschaft / Ehe geboren und der eigentliche Initiator der Partnerschaft bot sich an, den Vermittler (im pfälzischen "Kuppler" ) zu spielen.

Ein geplanter Kontakt mit dem vorgesehenen Partner bei der Partnerschaftsfeier in Gottesheim mit Niederhorbach kam leider nicht zustande aber der Maire (Bürgermeister) von Gottesheim schlug uns vor, doch ganz einfach zum Feuerwehrfest nach Geiswiller zu kommen.

Am Morgen des 15. Mai 1992 fuhren Werner Heft und Walter Hunsicker, bewappnet mit einer Landkarte vom Elsaß los, um erste Kontakte zu knüpfen und mit der Absicht, nach dem Frühschoppen, aber spätestens nach dem Mittagessen, die Heimreise anzutreten.

Gegen 10:00 Uhr in Geiswiller angekommen begaben wir uns auf den Festplatz, wo die Feuerwehr noch eifrig mit dem herrichten des Festplatzes beschäftigt war.
Auf die Frage nach dem örtlichen Maire wurde Georg Beck zu uns hergerufen und wir stellten uns einem völlig überraschten elsäßischen Maire vor, der offensichtlich mit vielem gerechnet hatte, aber nicht mit uns. Nach dem ersten gegenseitigen beschnuppern entwickelte sich schnell eine freundschaftliche Atmosphäre und man könnte sagen, "es war Liebe auf den ersten Blick".

Beim vergeblichen suchen nach einer Gaststätte im Ort stellten wir schon die ersten Gemeinsamkeiten zwischen unseren Dörfern fest. Noch Heute könnte ich den Flecken bestimmen, wo Georg Beck mit seinem Fahrrad neben uns anhielt und in seiner freundlichen Art sagte: 
"Ihr seid selbstverständlich bei uns Zuhause zum Mittagessen eingeladen und ich bitte Euch mitzukommen".

In Geiswiller war an diesem Sonntag nicht nur Feuerwehrfest sondern auch Muttertag und der Tisch beim Maire war reichlich gedeckt. Und auf die Frage des kleinen Thomas, was für ein Braten das sei, antwortete Opa Alfred, "das sei der Arschbacken von einer Wildsau".

Wir genossen ein vorzügliches Festmahl und bewunderten die Ruhe und Gelassenheit unseres Gastgebers und ließen uns immer wieder zu einer neuen Gaumenfreude verführen.

Beim anschließenden Feuerwehrfest entwickelte sich bei Flammkuchen und Rotwein schnell eine tiefe und vertrauensvolle Freundschaft, bevor wir am späten Abend schweren Herzens Abschied nahmen und über die Nordvogesen, durch Niederbronn und über den Gimbelhof unserem Heimatort entgegenfuhren.

An diesem Sonntag haben wir unbewußt einen Brückenkopf gebildet mit der Option, diesen später zu einer festen Brücke auszubauen.

Als wir während der nächsten Gemeinderatssitzung von unserer Begegnung berichtet hatten, wurde umgehend und einstimmig beschlossen, die Beziehungen zu vertiefen und eine feste Partnerschaft anzustreben.

Ein Fußballspiel zwischen den örtlichen Feuerwehren am 03. Okt. 1992 in Geiswiller war der erste Anlass für einen umfangreichen Kontakt unter der Bevölkerung. Bei Elsässer Flammkuchen und neuem Pfälzer Wein kam man sich schnell näher und bei einem Rundgang durch den Ort haben viele Geiswillerer Familien ganz selbstverständlich wie alten Freunden einen Blick in die Wohnstuben gewährt.

Als die Partnerschaftsfeier geplant wurde, stand für uns von Anfang an fest, dass beim Festgottesdienst, der von Geistlichen beider Seiten gestaltet werden sollte, kein geringerer als unser Dorfchronist, Dorflehrer und Prädikant Richard Kalkofen mitwirken muss.
Richard Kalkofen war von Anfang an ein leidenschaftlicher Befürworter einer grenzüberschreitenden Partnerschaft.

An einem sonnigen Sonntag Morgen besuchten wir (Walter, Rita u Matthias Hunsicker sowie Richard Kalkofen) zusammen den Gottesdienst in der Dorfkirche zu Geiswiller, wo anschließend in einer überaus freundschaftlichen Atmosphäre mit Pfarrer Biber die Modalitäten des Festgottesdienstes besprochen wurden.

Die herzliche Einladung des Beigeordneten und Presbyter Antoine Hück konnten wir nicht ausschlagen und wurden sodann von Frau Hück auf die liebevolle elsäßische Art verköstigt.


Unvergesslich bleibt der Genuss des restlichen Abendmahlweins zum Mittagessen. Unvergessen bleibt das Engagement von Richard Kalkofen, dessen außerordentliches Bestreben der Verständigung unter den Völkern gegolten hat. Mit seiner leidenschaftlichen Predigt anlässlich der Partnerschaftsfeier in Geiswiller hat er die Herzen auch derer erobert, die ihn bisher nicht kannten. Als väterlicher Freund und Ratgeber wird er noch lange in unseren Herzen weiterleben und die Altarbibel in Geiswiller möge noch lange an ihn erinnern.
WH

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