De Pingschdequack -
ein alter Brauch in Oberschlettenbach.

De Pingschdequack

In der kleinen Wasgaugemeinde Oberschlettenbach wird jedes Jahr am Pfingstmontag ein alter Brauch gepflegt. 
Ab 10.00 Uhr zieht "de Pingschdequack" 
mit seinem Gefolge wieder durchs Dorf und von Haus zu Haus und sammelt Eier und Speck für das gemeinsame Mittagsmahl, Bares wird nicht zurückgewiesen.
Ein ortsansässiger Schüler, (früher war es der Älteste in der Volksschule) wird von unten bis oben mit blühendem Ginster verkleidet und mit Blumen geschmückt. Er wird unter lautem Getöse von Haus zu Haus geführt, vor jeder Haustür wird angehalten und es wird gemeinsam höflich aber bestimmt um eine kleine Spende gebeten mit folgendem Wortlaut:

"De Pingschdequack hat Eier g´frässe
hat sein Ochs im Stall vergässe
hatt`n hinne noch gebrocht
un därenthalwer sin mer do
un wer uns ebbes gewe will,
der sacht gleich jo;
drei Eier un ä Stick Speck,
sunscht gehn mer nit vun de Hausder weg."

De Pingschdequack

Es ist natürlich Ehrensache, dass daraufhin drei Eier in den blumengeschmückten Weidenkorb und Speck in den Steinkrug gelegt werden. Der Lauf der Zeit hat es mitgebracht, dass sich die Kinder mittlerweile auch über eine Bargeldspende freuen.

Allen Spendern ist sodann auch der Dank des Quack gewiss und aus dem Ginster heraus ertönt es:

"Glück ins Haus, Glück ins Haus, vun unne a bis owenaus."

Aber wehe dem der für die Kinder nichts übrig hat oder der meint, er braucht nichts zu geben, ihn straft der Quack mit seinem Fluch:

"Pech ins Haus, Pech ins Haus, vun unne a bis owenaus."

De Pingschdequack

Nachdem der Umzug durchs Dorf beendet und Korb und Speckkrug gefüllt sind, geht's zur Lindelbrunnhalle, wo vom Männergesangverein die Eier für die Kinder gebacken werden. Am großen Tisch in der Gemeinschaft schmeckt es dann natürlich besonders gut.
Für das leibliche Wohl der erwachsenen Gäste ist ebenfalls bestens gesorgt. Traditionsgemäß wird Quackbraten serviert (zwei Scheiben Rollbraten mit einem Spiegelei obendrauf, dazu Kartoffelsalat und Brot). Selbstverständlich gibt es auch Kaffee und Kuchen.

De Pingschdequack


Der Lärm, der Heute mit Plastikpfeifen oder ähnlichen Instrumenten erzeugt wird, kam vor wenigen Jahren noch aus selbstgefertigten Schalmeien und Pfeifen, die aus der Rinde von jungen Kastanienbäumen oder Weiden gefertigt wurden.
Als Mundstück für die Schalmei diente ein sogenannter Hubert, ebenfalls aus Rinde mit einem Durchmesser von 5 - 8 mm und 5 cm Länge.

Schalmei

 

Solche Schalmeien werden auch dieses Jahr wieder auf dem Lindelbrunnplatz zu sehen sein. Vielleicht können wir Heuer ein besonders großes Exemplar bewundern. Wilfried Stöbener und seine Freunde wollen versuchen, eine Schalmei von 2,50 Meter Länge aus einem Stück Rinde einer Kastanie zu fertigen und vorzustellen. De PingschdequackWollen wir uns überraschen lassen, ob es gelingt, gegönnt sei es ihm. Einen Platz im Guiness-Buch der Rekorde hätten sie verdient.
(WaHu)
2007


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